UTP Unterichtstag in der Produktion

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Unterrichtstag in der Produktion bedeute beim KFL (Kreisbetrieb für Landtechnik) mit einer Feile Armaturen zu entgraten. 3 Stunden stupide Tätigkeit pro Woche..

Justav und Kalle bekamen die Chance den Unterrichtstag in der Produktion bei Förster Schulz zu absolvieren. Das bedeutete Anfahrt mit dem Fahrrad, aber es war wirklich was zu lernen. Förster Schulz empfing die Jungs im Wohnzimmer. Die Lampe war aus Damhirschschaufeln gebaut. Es gab viele Jagdtrophäen an den Wänden. Förster Schulz legte erstmal fest, dass er die Baumarten in seinem Revier erklärt, bevor gearbeitet wird.

Die Frage, ob der Förster die Tiere an der Wand alle selbst geschossen hat, wurde beantwortet. „Ja, aber nicht bei diesem Kaiser!“ Das haben die Jungs erst später verstanden.

Durch den Kontakt der Eltern mit dem Förster gab es später auch gemeinsame Ausflüge mit der Familie von Förster Schulz. Es fiel auf, daß der Förster schwer Luft bekam und bei Spaziergängen oft stehenblieb.

Er erzählte, daß er im Krieg Fallschirmjäger war. Bei einem Absprung über Griechenland wurde er angeschossen. Ihm blieb danach nur eine viertel Lunge.

Nach dem Krieg blieb er in seiner Heimat. Weil er Forst studiert hatte wurde er im Nordosten als Kreisforstmeister eingesetzt. Er war deshalb auch zuständig für Wald in dem es russische Truppen gab. In Zusammenhang damit wurde er verhaftet und zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Nach der Haft durfte er nicht mehr in seinem Beruf arbeiten. Führung von Jagdwaffen war verboten. Das erklärt die Antwort nach dem ersten Unterrichtstag in der Produktion. Letzte Arbeitsjahre durfte Förster Schulz noch als Revierförster arbeiten.

Kalle und Justav hatten 3 Jahre interessante Unterrichtstage in der Produktion. Beide wurden Forstarbeiter. Jahre später konnte Förster Schulz mit Familie in den Westen ausreisen.

Heute weiß man, dass Leute vom Arbeiter und Bauernstaat gegen Devisen freigekauft wurden.

Author : Gustav

Gustav

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